Minister-Motorradrunde in Berlin

Bundesverkehrsminister empfängt Delegation der Bundesarbeitsgemeinschaft Motorrad (BAGMO) in Berlin

 

Am 4. Mai lud Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zum Motorradgipfel in die Bundeshauptstadt. IVM-Hauptgeschäftsführer Reiner Brendicke überzeugte mehr als ein Dutzend BAGMO-Mitglieder zur Berlinreise – mit und auf Motorrädern. Der Coup gelang, kaum 48 Stunden später, am 6. Mai, 12.30 Uhr, rollte die Gruppe auf den Innenhof des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI).   

Matthias Haasper Institut fuer Zweiradsicherheit ifz uebergibt das BAGMO Strategiepapier an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Copyright BMVI

Matthias Haasper, Institut für Zweiradsicherheit, ifz (rechts) übergibt das BAGMO-Strategiepapier an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (links)

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Reiner Brendicke IVM und Rolf Frieling Biker Union im Gespraech mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Copyright IVM

Reiner Brendicke, IVM (rechts) und Rolf Frieling, Biker Union (vorne) im Gespräch mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (Mitte)

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Reiner Brendicke IVM im Gespraech mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (links) und Reiner Brendicke, IVM (rechts) im Gespräch mit Journalisten

Die Delegation der BAGMO-Mitglieder, bestehend aus Vertretern von Motorradfahrerorganisationen, Institutionen und der Motorradindustrie traf Minister Andreas Scheuer, um ihm im Rahmen einer Diskussion und anschließenden Pressekonferenz das Strategiepapier „Motorradfahren in Deutschland: Die Zukunft gestalten – Konflikte vermeiden“ zu überreichen und über die aktuelle und zukünftige Bedeutung des motorisierten Zweirads sowie das Thema „Motorradlärm“ zu reden.

 

An der regen Diskussion beteiligten sich neben Andreas Scheuer, IVM-Hauptgeschäftsführer Reiner Brendicke und Rolf Frieling als Vorsitzender der Biker Union (BU) auch die Parlamentarier Alois Rainer (CSU, ordentliches Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur des Bundestages) und Sören Bartol (SPD, stellvertretenes Mitglied des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur des Bundestages).

 

Reiner Brendicke sagte: „Durch die enge und produktive Zusammenarbeit aller beteiligten Vertreter der Motorrad-Community haben wir heute die Möglichkeit, Bundesverkehrsminister Scheuer ein Papier zu überreichen, das sowohl die Bedürfnisse der Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer, als auch die Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner berücksichtigt. Wir sind zuversichtlich, dass das erarbeitete Strategiepapier zur Konfliktlösung beitragen kann und wird.“

 

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Freiheit, Vernunft und Regeln – das ist modernes Motorradfahren. Die Initiative der Biker ist genau richtig. Es braucht mehr Rücksicht, Verständnis und Miteinander. Fahrspaß und eine sichere und verantwortungsvolle Fahrweise und der Schutz der Anwohnerinnen und Anwohner müssen zusammen gehen. Deshalb hatte ich die Motorrad-Community bereits im Juli 2020 zu einem ersten Runden Tisch in mein Ministerium eingeladen. Es ist wichtig, dass wir im Austausch sind und gemeinsam Lösungen finden. Ich finde es gut, dass die Biker mit ihrem Strategiepapier ihren Beitrag zur Konfliktentschärfung leisten wollen.“

 

Neben dem Thema Motorradlärm befasst sich das Strategiepapier auch mit der Rolle des Zweirads in zukünftigen Verkehrskonzepten einer modernen, zukunftssicheren Gesellschaft. Nicht nur in Zeiten von Corona bietet das Zweirad individuelle Mobilität und eine platzsparende Fortbewegungsmöglichkeit sowohl im ruhenden als auch im fahrenden Verkehr und hat sich auch Dank der Einführung der Führerscheinerweiterung B196 für viele zu einer attraktiven Alternative zum Beispiel zum ÖPNV entwickelt.

 

In Deutschland sind über 6 Millionen Bundesbürger auf motorisierten Zweirädern unterwegs, rund 12 Millionen verfügen über den entsprechenden Führerschein.  Das Strategiepapier beschreibt die Vorzüge des Motorrads im Mobilitätsmix der Zukunft als vernünftige, umweltfreundliche und nachhaltige Möglichkeit für alltägliche Transport- und Mobilitätslösungen in den Innenstädten und im ländlichen Raum.

„Konflikte vermeiden“ heißt es im Titel des Papiers, das sich mit der aktuellen Problematik „Motorradlärm“ auseinandersetzt und Fakten liefert zur wirtschaftlichen, umweltpolitischen und gesellschaftlichen Bedeutung motorisierter Zweiräder.

Der Konflikt zwischen Motorradfahrenden und ortsansässiger Bevölkerung an stark frequentierten Strecken eskalierte in der „Entschließung des Bundesrates zur wirksamen Minderung und Kontrolle von Motorradlärm“.

Obwohl nach Ansicht der BAGMO die Mehrheit aller Motorradfahrenden rücksichtsvoll fährt, erweckt ein geringer Anteil der Fahrerinnen und Fahrer durch ihre Fahrweise den Eindruck, dass Motorradfahren generell als Lärmfaktor zu behandeln sei. Im Strategiepapier zeigt die BAGMO Lösungsvorschläge und einen Katalog an Handlungsoptionen auf, die zur Entschärfung der Konflikte beitragen sollen. Beispielsweise können so genannte „Dialog-Displays“ an den Strecken genutzt werden, um Motorradfahrende in ihrer Fahrweise zu sensibilisieren. Ebenso wichtig ist es, einen Interessenausgleich zwischen Anwohnern und Vertretern von Motorradfahrerorganisationen zu schaffen. Der Dialog statt Konfrontation soll hier im Mittelpunkt des Geschehens stehen. 

Minister Scheuer begrüßte die Inhalte und Lösungsansätze und betonte seine Unterstützung des Strategiepapiers, vor allem, sich auch weiterhin für den Dialog zwischen Motorradfahrenden und Anwohnern einzusetzen. Ebenso sprach er sich für mehr Rücksicht, gegenseitiges Verständnis und ein friedliches Miteinander aus. Fahrspaß und der Schutz der Anwohner müssen gemeinsam weiterentwickelt werden.

 

Koordinationsbüro der Bundesarbeitsgemeinschaft Motorrad (BAGMO): 

Matthias Haasper 
Institut für Zweiradsicherheit e.V.
Gladbecker Straße 425       
45329 Essen

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