Corona trifft das Herz der europäischen Motorradbranche

Die Covid-19-Pandemie ist eine enorme Belastung, die Gesundheit der Bürger und die globale wirtschaftliche Stabilität ist bedroht. Die europäische Politik und die nationalen Behörden arbeiten Hand in Hand, um den beiden großen Herausforderungen auf gesundheitlicher und wirtschaftlicher Ebene zu begegnen. Viele Industriezweige sind betroffen - darunter auch die Motorradindustrie und der Motorrad- und Rollerhandel.

Brüssel/Essen 24. März 2020 Gegenüber der unmittelbaren gesundheitlichen Bedrohung, mag die wirtschaftliche Krise auf den ersten Blick zweitrangig erscheinen, doch natürlich muss auch die  Wirtschaft stabilisiert werden. In Übereinstimmung mit den jüngsten EU Typgenehmigungsanforderungen hat die Motorradindustrie erhebliche Investitionen in die Einführung neuer Euro-5-Modelle getätigt.  Die anhaltende Pandemie hat jedoch die Lieferketten, die Produktionsabläufe sowie die laufenden Projekte zur Entwicklung neuer Euro-5-Modelle gestört.  Dies und Maßnahmen zur Infektions-Eindämmung bei der Herstellung haben in vielen Ländern zu einem nahezu vollständigen Stillstand geführt.  

 

Alle Händler in ganz Europa haben bereits vor der Frühjahr-Sommer-Verkaufssaison Fahrzeuge auf Lager. Schließlich ist der Motorrad- und Rollerhandel in Europa im Wesentlichen ein saisonales Geschäft, in dem zwischen März und Juli fast zwei Drittel des Jahresumsatzes erzielt werden.  Die jüngsten Regelungen und strengen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben diese saisonale Geschäftstätigkeit im Moment nahezu zum Stillstand gebracht.  

 

Gemäß der EU-Verordnung 168/2013 dürfen Euro-4-Motorräder nur noch bis zum 31. Dezember 2020 verkauft und zugelassen werden. Angesichts der jetzigen Situation werden die Händler jedoch nicht nur den größten Teil ihres Jahresumsatzes verpassen, sondern, was noch besorgniserregender ist, eine große Anzahl von Euro-4-Fahrzeugen, die nicht verkauft werden können, auf Lager haben. So bringt die Corona-Krise vornehmlich kleine Familienunternehmen an den Rand der Existenz.  

 

Vor diesem Hintergrund fordert die Motorradindustrie die Europäische Kommission und die nationalen Verwaltungen dringend auf, rasch die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die europäische Motorradbranche bei der Bewältigung dieser beispiellosen Krise zu unterstützen.    

 

Die europäischen und nationalen Behörden müssen angemessene Unterstützungsmaßnahmen zur Stabilisierung der Branche, insbesondere der kleinen und mittleren Unternehmen, festlegen. Eine große Anzahl von Händlern sind familiengeführte Unternehmen mit begrenzten Liquiditätsreserven. Sie würden in hohem Maße von kostenloser technischer und rechtlicher Unterstützung, Steuererleichterungsmaßnahmen und direkter finanzieller Unterstützung profitieren.  

 

Stefan Pierer, Präsident des europäischen Verbandes ACEM und CEO von Pierer Mobility (KTM AG), sagte: „Die COVID-19-Krise wird unsere Fähigkeit testen, gleichzeitig mit einer großen Gesundheits- und Wirtschaftskrise fertig zu werden.  Die Mitglieder der europäischen und nationalen Verbände arbeiten uneingeschränkt mit den Behörden zusammen, um die Verbreitung von COVID-19 zu verlangsamen.  Wir sorgen dafür, dass unsere Mitarbeiter und Partner sicher sind, und verlassen uns darauf, dass die politischen Entscheidungsträger in den herausfordernden Wochen und Monaten, die vor uns liegen, Lösungen finden, um die Welle zu brechen, die sonst den Sektor treffen könnte.“

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