Aufsteigen, aufdrehen und abfahren: Motorradfahren und Verkehrssicherheit

Parlamentarischer Abend des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und der Deutschen Verkehrswacht (DVW) in Berlin

Die Motorradsicherheit stand im Zentrum des parlamentarischen Abends am 25. Februar in Berlin, als sich Vertreter der Politik, der Verkehrssicherheitsorganisationen und der Industrie trafen.

Vor dem Hintergrund der gerade im Jahr 2014 unter anderem auch bei den verunglückten Motorradfahrern gestiegenen Zahlen diskutierte das Gremium nach einer Einleitung des DVW-Präsidenten Prof. Kurt Bodewig Möglichkeiten zur weiteren Optimierung der Motorradsicherheit.


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Parlamentarischer Abend von DVR und DVW

v.l.n.r.: Rolf „Hilton“ Frieling (Biker Union), Wolfgang Stern (Verkehrspädagoge), Prof. Kurt Bodewig (Präsident DVW), Siegfried Brockmann (Leiter Unfallforschung der Versicherer), Dr. Walter Eichendorf (Präsident DVR), Reiner Brendicke (Hauptgeschäftsführer Industrie-Verband Motorrad) und Benjamin Schulz (Unfallkommission Erzgebirgskreis).

Foto: Detlev Schilke

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Parlamentarischer Abend von DVR und DVW

Prof. Kurt Bodewig (Präsident DVW)

Foto: Detlev Schilke

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Parlamentarischer Abend von DVR und DVW

Dr. Klaus Sühl (Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft)

Foto: Detlev Schilke

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Parlamentarischer Abend von DVR und DVW

Dorothee Bär, MdB (Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur)

Foto: Detlev Schilke

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Parlamentarischer Abend von DVR und DVW

Reiner Brendicke (IVM-Hauptgeschäftsführer)

Foto: Detlev Schilke

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Parlamentarischer Abend von DVR und DVW

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion.

V.l.n.r.: Wolfgang Stern, Reiner Brendicke, Moderator Marco Seiffert, Benjamin Schulz, Rolf „Hilton“ Frieling, Siegfried Brockmann

Foto: Detlev Schilke

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Parlamentarischer Abend von DVR und DVW

Dr. Walter Eichendorf (Präsident des DVR)

Foto: Detlev Schilke

In seiner Begrüßungsrede in der Vertretung seines Bundeslandes beschrieb Dr. Klaus Sühl, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft nicht nur die aktuellen Unfallentwicklungen der motorisierten Zweiradfahrer, sondern konnte auch positiv vermelden, dass der Modellversuch für den 50 cm³ Führerschein AM mit 15 statt 16 Jahren in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sich positiv entwickelt und nunmehr über 6.000 Lizenzen seit Einführung 2013 von dieser Altersgruppe erworben wurden. Herr Dr. Sühl betonte, dass sicher auch aufgrund der umfassenden Ausbildung zum Führerschein AM im Vergleich zur Mofa-Prüfbescheinigung das Unfallgeschehen dieser Zweiradfahrergruppe sich nach wie vor unauffällig gestaltet und das man den Modellversuch mit wissenschaftlicher Begleitung und Auswertung bis 2018 durchführen wird.

Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Dorothee Bär (MdB) stellte differenziert in ihrem Vortrag die aktuelle Unfallsituation ebenso dar, wie Maßnahmen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur zur Verbesserung der Situation. Hier sprach sie das Ministeriumsprogramm „Runter vom Gas“ ebenso an, wie eine Filmkooperation mit dem DVR zum Motorradtraining mit dem Schauspieler Hannes Jaenicke wie weitere Bemühungen zum motorradfreundlichen Straßenbau auf Bundesstraßen.

Die Staatssekretärin betonte darüber hinaus, dass die Kooperationsprojekte mit dem Industrie-Verband Motorrad in Onlinebereich unter dem Titel „Motorrad: Aber sicher!“ ebenso wie der in Kooperation erstellte Film zu Fahrerassistenzsystemen eine äußerst erfolgreiche Verbreitung in Motorradfahrerkreisen erzielt haben und hier effizient Sicherheitsthemen in die Diskussion eingetragen werden.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden Aspekte von Unfallanalysen, dem Verhalten von Motorradfahrern und der Fahrzeugsicherheit gegenüber gestellt.

Reiner Brendicke als IVM-Hauptgeschäftsführer vertrat die Position der Industrie und betonte, dass z. B. durch die immer intensivere Umsetzung von Fahrerassistenzsystemen auf Fahrzeugseite vieles getan wird, um die Sicherheit zu verbessern.

Gleiches gilt für eine Kooperation des Deutschen Verkehrssicherheitsrates mit dem europäischen Industrie-Verband ACEM, bei der das europäische Qualitätssiegel für Motorradtraining intensiv propagiert und das Auffinden von Qualitätstrainings für den Endverbraucher deutlich erleichtert wird. Ein weiterer wichtiger Schritt für mehr Motorradsicherheit, wie auch Verkehrspädagogen Wolfgang Stern betonte, der im Training effiziente Verkehrssicherheitsarbeit sieht.

Zum Ende der von Marco Seiffert souverän moderierten Diskussionsrunde, war man sich einig, dass nur das Zusammenspiel von sicherheitsorientiertem Motorradfahrerverhalten, sicherer Verkehrsumwelt, optimierten Fahrzeugen und intensivem Training den langjährigen Trend zu weniger Motorradunfällen weiter fortsetzen kann. Diese Aufforderung formulierte auch Dr. Walter Eichendorf als Präsident des DVR in seinem Fazit.

Zusammenfassend war der Parlamentarische Abend eine gelungene Möglichkeit, in der Diskussion zwischen Zweirad-Fachleuten und Politik den Status Quo zu beschreiben und Lösungsansätze für die Zukunft zu formulieren, so dass das Motto der Veranstaltung „aufsteigen, aufdrehen und abfahren“ auch in Zukunft sicher auf Deutschlands Straßen gelebt werden kann.

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