Mit Plan M aus dem Lockdown

Ist Motorradfahren sozusagen der Plan M aus der Corona-Krise?

Die Absatzexplosionen der besonders leichten Mobilitäts-Varianten Leichtkraftroller und -räder deuten darauf hin. Roller und leichte Motorräder der 125 cm³- Klasse  erleben zum (vorläufigen) Ende des Lockdowns eine ähnliche Nachfrage wie Fahrräder, Pedelecs oder beispielsweise Wohnmobile. Leichtkraftroller verzeichnen ein Zulassungsplus von 68 Prozent, gefolgt von den Leichtkrafträdern mit 45 Prozent plus.

Das motorisierte Zweirad darf durchaus als attraktive Mobilitätsalternative betrachtet werden. Frischer Wind, dazu Körper und Kopf virensicher geschützt – überwiegend alleine unterwegs und mit allen Sinnen die kleine Freiheit genießend.

 

Wer in diesen Zeiten auf dem Leichtkraftroller oder -rad unterwegs ist, wer den genussvollen Weg auf größeren Maschinen als Ziel ausmacht, wer verantwortungsvolle Motorradtouren auch zu mehreren plant, der wird Mobilität stärker und noch intensiver mehr als Genuss denn als notwendige Fortbewegung erleben.

 

Die überwiegende Mehrheit aller Motorradfahrer wird die Frage nach dem Grund dafür mit dem „Gefühl von Freiheit“ beantworten. Hirnloses Rasen oder Radau zu machen, kommt als Erlebnisfaktor bei vielen Millionen Fahrern und Fahrerinnen motorisierter Zweiräder nicht vor. Schließlich ist die subjektiv empfundene Freiheit des Motorradfahrens ein hohes Gut, das objektiv dort endet, wo es die Freiheit Anderer einschränkt. Daher sind wir Motorradfahrer, die zu Recht stolz sind auf ihre Gemeinschaft, zu Solidarität und Respekt untereinander und anderen gegenüber geradezu verpflichtet, mit uns und unseren Maschinen verantwortungsvoll umzugehen.

 

Guter Sound gehört zur DNA des Motorradfahrens, nicht zu verwechseln mit Krach. Wir wollen den guten Klang unserer Maschinen genießen, nicht andere Menschen erschrecken. Seriöse Nachrüst-Schalldämpfer sind daher nicht zwangsläufig lauter, sondern sonorer, leichter und manchmal sogar schöner als das Original. Rennauspuffanlagen im öffentlichen Straßenverkehr sind illegal und vor allem asozial, sie können zum Erlöschen der Betriebserlaubnis und zur sofortigen Stilllegung des Fahrzeugs führen.

 

Auch in der aktuellen Diskussion zeigt Bundesverkehrsminister Scheuer Weitsicht und weist die Forderungen des Bundesrates nach Streckensperrungen für Motorradfahrer zurück.

Das verstehen wir keinesfalls als Freifahrtschein für uns als Motorradfahrer, Hersteller und Importeure in Deutschland – sondern als Vertrauensvorschuss für eine verantwortliche Teilnahme am Straßenverkehr. Und für das Erlebnis, Motorrad und Roller zu fahren.

 

Bleiben Sie gesund und genießen Sie den Sommer auf zwei Rädern

 

Henning Putzke                     Reiner Brendicke

IVM-Präsident                        IVM-Hauptgeschäftsführer

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