Obwohl uns das Weltgeschehen wenig Erheiterndes bietet, Spritpreise, Inflation und nicht enden wollende Querelen in Berlin weiter aufs Gemüt der Menschen drücken, gibt es in Sachen Motorrad aktuell einige erbauliche Nachrichten. Da sind zum einen die Zulassungszahlen von Januar bis April, von denen vor allem letzterer echten Grund zur Freude bietet. Ohne „Gatzes Marktruf“ in dieser Mai-Ausgabe der IVM Performance vorzugreifen, darf sich die Branche in Deutschland unter anderem darüber freuen, den starken französischen Markt wieder hinter sich gelassen zu haben. Der April 2026 ist sogar der zweitstärkste April seit zehn Jahren – welch schönes Signal, dass die Menschen begeistert Motorrad fahren. Und nicht etwa nur die oft angeführten „älteren Herrschaften“. In diversen Fachmedien war unlängst zu lesen, dass es mittlerweile gut über 500.000 A-Klasse-Führerscheininhaber unter 25 Jahren gibt. Wir haben unsere Zahlen herangezogen und kommen auf ähnliche Werte, je nach Rechenart liegen sie sogar deutlich darüber.
Die von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder eingeleitete Führerscheinreform, die jetzt als Referentenentwurf vorliegt, macht uns allen Hoffnung, dass durch merklich sinkende Führerscheinkosten der Zugang zum motorisierten Zweirad gerade für junge Motorradfans weiter erleichtert wird. Die Entschlossenheit des Ministers gegen Widerstände gerade aus dem Fahrschullager ist bewundernswert und erfrischend atypisch zu manchem Kabinettskollegen. Allerdings finden wir in dem Entwurf recht wenig reformistische Inhalte in Sachen Fahrerlaubnis A. Lediglich der für Auto-Führerscheine ins Spiel gebrachte Simulator wird bei Motorrädern in der Vorlage ausgeschlossen. Für den IVM ist das deutlich zu wenig, um dann doch von einer echten, weitreichenden Reform sprechen zu können. Zumal wir einige Vorschläge hätten, wie die Ausbildung von Motorrad- und Roller-Neulingen nicht nur günstiger sondern gleichzeitig auch qualitätvoller werden könnte. Entsprechend nachdrücklich suchen wir aktuell Gehör im Bundesverkehrsministerium.
Wenn wir uns also über die aktuellen Marktzahlen freuen, haben wir als Verband dennoch alle Hände voll zu tun. Von der völlig neu aufgestellten INTERMOT im Februar nächstes Jahr über die Diskussionen rund um die B 196-Führerscheinergänzung auf Länderebene bis zur großen Führerscheinreform in Berlin ist der IVM deshalb mit der Hand voll am Gas – und sich sicher: Da geht was!
Michael Sommer Uwe Seitz
IVM-Präsident IVM-Hauptgeschäftsführer