Super Wetter!
Super April!!
Der April gilt als klassischer erster Frühlingsmonat mit oft stark schwankendem Wetter und großen Temperaturunterschieden. Wenn die warme Luft aus dem Süden auf noch kalte Luftmassen aus dem Norden trifft, entstehen die bei uns Motorradfahrenden recht unbeliebten Tiefdruckgebiete.
In diesem Jahr war der April aber ein echter Motorradfan. Feinste Bedingungen mit Sonnenschein und moderaten Temperaturen lockten die Zweiradliebhaber auf die Straße und in die Läden. Dementsprechend gut lief es auch bei den Neuzulassungen. Mit 24.950 Einheiten (+17,1%) war der April deutlich besser als die Erwartungen und hilft die etwas angespannte Stimmung aus dem letzten Jahr zu vertreiben. Im 10-Jahresvergleich klettert der April sogar auf den zweiten Platz.
Mit 70.305 Neuzulassungen (+33,4%) im ersten Jahresdrittel bewegt sich 2026 insgesamt in die richtige Richtung.
Der Anteil an Elektrofahrzeugen hat sich im Vergleich mit dem Vorjahr auf 3.120 Einheiten verdoppelt und klettert damit auf einen Marktanteil von 4,4%. Im Pkw-Bereich liegt die Quote aber schon bei 24%.
Kleiner Spoiler zum Mai: Die Eisheiligen haben den Markt in der ersten Maihälfte leicht abgekühlt, trotzdem scheint der Wonnemonat auch noch ein Guter zu werden!
Und, was macht der Gebrauchtmarkt?
Secondhand wieder erste Wahl?
Auch in diesem Jahr ist der Gebrauchtmarkt im ersten Quartal stark. 98.098 Fahrzeuge fanden bislang eine neue Besitzerin oder einen neuen Besitzer. Das sind zwar 1,9% weniger als im letzten Jahr; wir sollten dabei aber nicht vergessen, dass ja in 2025 jede Menge Tageszulassungen und Kurzeitzulassungen im Handel standen. Diese werden vom Zulassungsrecht nach dem Verkauf eben nicht mehr als Neufahrzeuge behandelt, sondern, da im Zulassungsteil II (für die Älteren: der Fahrzeugbrief) bereits ein Halter eingetragen ist, als erster Halterwechsel oder als Gebrauchtfahrzeug gewertet.
Da diese Fahrzeuge in diesem Jahr nicht mehr im Handel stehen, haben viele das Gefühl einer starken Nachfrage an Gebrauchten, obwohl die reinen Zahlen etwas schwächer sind.
Da der Verkauf des Gebrauchtfahrzeuges oft die monetäre Basis für die Anschaffung eines Neufahrzeuges darstellt, ist ein florierender Handel mit Gebrauchtfahrzeugen immer auch gut für das Geschäft mit Neufahrzeugen.
Europa erholt sich!
Deutschland holt sich den dritten Platz zurück!
Laut dem europäischen Herstellerverband ACEM verzeichnet der Markt der zulassungspflichtigen Zweiräder im ersten Quartal dieses Jahres einen Zuwachs von strammen 21,1%. Mit unserem guten Saisonstart hat Deutschland Frankreich den dritten Platz in der Zulassungsstatistik wieder abgenommen. Spanien und Italien sind zurzeit die stärksten Märkte in Europa und hatten die wenigsten Probleme bei der Umstellung auf die Euro-5+.
Insgesamt wurden in den ersten drei Monaten in Europa 250.762 Fahrzeuge an die Frau und an den Mann gebracht.
Zumindest im zugegebenermaßen immer noch ziemlich kleinen Markt der Elektrofahrzeuge (2,4% Marktanteil/5.914 Fahrzeuge) liegt Deutschland aber auf dem ersten Platz.
Die Kleinkrafträder (Mopeds) tun sich weiter schwer. Zwar gibt es auch hier ein positives Zeichen mit einem Zuwachs von 2,2% auf 30.107 Fahrzeuge, aber die kleinste Fahrzeugklasse mit ihrer Limitierung auf 45 km/h hat es nach wie vor nicht einfach mit der Konkurrenz der Leichtkrafträder, deren Einsatzspektrum eben deutlich vielfältiger ist. Frankreich ist nach wie vor der größte Markt für Kleinkrafträder in Europa.
Es ist nicht überraschend, dass mehr elektrische Mopeds (8.913 Fahrzeuge) als große Roller und Motorräder abgesetzt werden konnten. Die elektrische Mobilität findet bei der derzeitigen Batterietechnologie und der damit verbundenen Reichweite anscheinend im städtischen Bereich oder für kürzere Entfernung mehr Anklang als im eher freizeitorientierten Sektor.
Christoph Gatzweiler ist seit mehr als 25 Jahren Ressortleiter Technik beim IVM und unter anderem zuständig für die Fahrzeugzulassungen und die Statistik.