IVM Performance April 2026

Gatzes Marktruf

Quartal Eins "on track"

Bestand wächst noch weiter

Das erste Quartal:

Vom römischen Kriegsgott Mars leitet der März seinen Namen ab. Den Monat Martius stellten die Römer dementsprechend ursprünglich an den Anfang ihres Kalenderjahres. Während die Zulassungszahlen im Januar und Februar oft stark schwanken, ist der Monat März auch für die Motorradbranche die erste wichtige Wegmarkierung in die neue Saison.

Gatzes Marktruf

Mit 28.361 Neuzulassungen und einem amtlichen Plus im Vorjahresvergleich von fast 46% schloss der dritte Monat in diesem Jahr wieder so ab, wie es für den Saisonverlauf üblich ist. Die hohe Zuwachsrate im März darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass beim direkten Vergleich der absoluten Zulassungszahlen seit der Einführung des B196 im Jahr 2020 trotzdem nur ein guter Platz im Mittelfeld erreicht wurde. Ob es am Ende reicht, um noch in die Regionen der Jahre 2021 und 2022 zu kommen, ist bei der derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Lage eher fraglich.

Mit dem Quartalsergebnis von 45.355 Neufahrzeugen wären aber sowohl der März als auch das erste Quartal klar in der erwarteten Spur. Wie sagte der Philosoph Karl Popper so treffend: „Es gibt zum Optimismus keine vernünftige Alternative!“. Kleiner Spoiler zur ersten Aprilhälfte: Natürlich eine kleinere Zuwachsrate, liegt aber voll im Soll!

Der aktuelle Bestand:

Der März ist auch üblicherweise der Monat, indem das Kraftfahrt-Bundesamt den Fahrzeugbestand veröffentlicht. Der Stichtag der Bestandserfassung ist der 01.01.2026.

Der aktuelle Bestand betrug zum Stichtag: 4.927.073 (+0,4%) Motorräder und Roller.

Die drei- und vierrädrigen Kraftfahrzeuge komplettieren mit 117.270 (-2,7%) Einheiten den Bestand der Klasse L auf insgesamt 5.044.343 (+0,3%) Einheiten. Warum sind die offiziellen Zahlen und Pressemitteilungen des KBA oft ein wenig höher als die Meldungen des IVM? Es gibt in der StVZO die Möglichkeit, die eigentlich zulassungsfreien Kleinkrafträder trotzdem zuzulassen. Ob das Sinn macht oder nicht, lassen wir an dieser Stelle mal unbeantwortet. Wir werten diese Zahlen jedenfalls nicht aus, da sie auch nicht dem gesamten Bestand an Fahrzeugen mit Versicherungskennzeichen entsprechen. Die letzte offizielle Zahl aus Flensburg zum Kleinkraftradbestand (1.942.465) stammt bereits aus dem Jahr 2016 und dürfte nicht zuletzt durch den großen Zuspruch beim B196 heute deutlich niedriger ausfallen.

Der Bestandszuwachs von 2025 auf 2026 ist abhängig von den Neuzulassungen und den Außerbetriebsetzungen. Einfacher ausgedrückt, er ist die Differenz zwischen den neu angemeldeten und den gleichzeitig abgemeldeten Fahrzeugen. Aufgrund des niedrigeren Niveaus der Neuzulassungen und damit verbundenen kleineren Anzahl an Fahrzeugen, die im Jahr 2025 neu zum Bestand hinzugekommen sind, ist der Bestandzuwachs von nur 18.640 Fahrzeugen (+0,4%) zwar nicht überraschend, trotzdem lässt sich aber feststellen, dass der Bestandszuwachs seit 2021 kontinuierlich kleiner wird. D.h., die Differenz zwischen den Neukäufen und dem Trend ältere Fahrzeuge nicht mehr im Betrieb zu halten, wird geringer. Die größten Verlustraten bei den Fahrzeugen haben die Erstzulassungen aus den 90er und Nullerjahren. Fahrzeuge mit Zulassungen vor 1990 hingegen zeigen sich weiterhin stabil im Bestand. Das durchschnittliche Fahrzeugalter beträgt mittlerweile stolze 20,9 Jahre. 

Christoph Gatzweiler ist seit mehr als 25 Jahren Ressortleiter Technik beim IVM und unter anderem zuständig für die Fahrzeugzulassungen und die Statistik.