Von der INTERMOT Köln zur Weltmeisterschaft in Sturgis 2009
Die „Cologne Custom Competition" auf der letzten INTERMOT Köln war eine Qualifikationsrunde für die Weltmeisterschaft im amerikanischen Sturgis.
Der INTERMOT-Sieger Christoph Madaus durfte nun seine Twintrax bei DHL - gemeinsam mit fast zwei Dutzend anderen Bikes aus Europa - zum Transport über den großen Teich abgeben. Dort angekommen, ging es für das Geburtstagskind zunächst auf die Eröffnungsparty, auf der fast die gesamte Familie Davidson, der Ness Clan und andere namhafte Branchenvertreter feierten und sich ein Bild von der Konkurrenz machten.
Und die Qualität bei der 6. Auflage der WM war nochmals gestiegen. Nach einer ganztägigen Jurywertung durch die anwesenden „Builder" gab es dann am Mittwoch die lang erwartete Siegerehrung. Schön für die Amerikaner ist sicherlich die Tatsache, dass nach fünf ausländischen Siegern die Krone in der prestigeträchtigen Freestyle Klasse 2009 im Land bleibt.
In der Production Klasse siegt Independent Cycle East mit der Green Mile, einem klassischen Chopper. Der Sieg in der „Modified Harley Class" geht an Hot Dreams
Marbella, einen europäischen Vertreter, der sich auch im letzten Jahr den Siegerpokal holte. In der „Metric Class" landet die schwedische BMW (Achsschenkellenkung von ISR und minimalistische Technik) von SE Technik auf dem 3. Platz. Cook Customs wird Zweiter hinter Kris Krome mit einer futuristischen Umsetzung britischer Zweizylindertechnik in seiner Re-flex-tion.
Krome (nein, kein Künstlername!) kommt aus Freeland in Michigan und hat bei der Anreise aktuelle amerikanische Probleme miterlebt. „Hey, ich dachte es wäre eine Völkerwanderung. Im Augenblick verlassen jede Woche 5000 Familien den bisherigen Autostaat Michigan. Es sieht schlimm aus!" Wenigstens der Klassensieg und der Vizetitel in der offenen Klasse dürften dem jungen Amerikaner wieder etwas Auftrieb geben.
Die Twintrax von Christoph Madaus war auf mehreren Stimmzetteln zu finden und wäre sicherlich noch weiter vorne gelandet, wenn viele begriffen hätten, dass die ungewöhnliche Maschine mit den zwei gekoppelten V2-Motoren sogar fährt. Somit blieb es dem zweiten Deutschen, Tobias Guckel von TGS Motorcycles überlassen, als 9. mit seinem „Speed Junkie" in die Top Ten einzuziehen.
Zur Überraschung vieler landete die BMW „Harrier" von Turbonegro-Fan Stellan Egeland auf dem starken 4. Platz. Der 3. und damit letzte Podestplatz ging an den Belgier Fred Krugger, der mit der Overmile eine V2 gebaut hat, die täglich bewegt wird und bei der dementsprechend die Fahrtüchtigkeit im Vordergrund steht. Die Optik erinnert an eine Norton Manx, die Technik besticht aber mit neuartigen Beringer-Innenscheiben-Bremsen und einem elektrisch verstellbaren Fahrwerk. 
Vizeweltmeister wurde wie bereits erwähnt Kris Krome. Der WM Titel ging an den Amerikaner Dave Cook von Cook Custom Choppers in Milwaukee, Wisconsin. Eine Stadt die für Motorradbau ja bekannt ist. Was der 51 jährige Cook da aber auf die Räder stellte ist bemerkenswert: auf Basis eines BMW K 75 Motorblocks, von Honda- und Yamaha Teilen komplettiert, entstand eine bemerkenswert leichte Maschine im Old School Style, die auch die Besucher begeisterte und die kanadisch-japanisch-europäische Siegesserie der letzten fünf Weltmeisterschaften beendete. Verständlich, dass für Cook „ein Traum wahr wurde. Zweimal war ich schon dabei und habe immer vom Titel geträumt. Endlich ist es wahr geworden".
Wahr geworden ist für die mehr als 500.000 Besucher auch die 69. Ausgabe des Sturgis Meetings und viele werden schon von der Anreise im nächsten Jahr träumen, wenn sie an der Staatsgrenze wieder den Helm in der Packtasche verstauen können.

Und ab Morgen wird für den Cologne Custom Wettbewerb 2010 geschraubt!