Nebelwände und Sonnenbrände
Die Sportgemeinschaft Deutscher Bundestag auf ihrer 11. Freundschaftsfahrt
Lörrach im Südwesten der Republik, begrüßte den Autoreisezug der 200 Bundesbiker aus Berlin mit
harmlosem Landregen. In den Vogesen fiel das Thermometer auf winterliche sechs Grad. (Eis)kalter
Westwind blies den 20 Gruppen der Sportgemeinschaft des deutschen Bundestages unter die Helme. In den windstillen Wäldern ließen tief hängende Regenwolken kaum mehr als 30 Meter Sicht. Mangels Radar als Sonderausstattung ging es im Schritttempo über die sanften Höhenzüge des Grand Ballon und über den Col de la Schlucht. Zeit für Hochgeschlossenes: Tourenanzüge, Wintersturmhauben und Warmzittern. Für Januar recht mild, aber im Juni? Thermoregenkombis waren gefragt und viele „tiefgefrorene“ Lederträger der Sportlerfraktion träumten von angeheizten Hüttenkachelöfen.
Doch wenn Parlamentarier reisen, bringen Parlamente auch Glück. In Strasbourg, der Stadt des Europäischen Parlaments, war es so sonnig, dass die meisten Biker ihren Regenschutz nicht so schnell runter bekamen, wie das Thermometer nach oben schoss. Von Nebelwänden zu Sonnenbränden. Endlich eitel Sonnenschein, der dem „MC Bundestagsbiker“ bis zur Rückkehr nach Berlin treu blieb. Mainz hieß das nächste Ziel. Wunderschöne Strecken führten zum Hambacher Schloß, nicht weniger als die „Wiege“ der Demokratie. Eine im wahrsten Sinne schnelle Einkehr bot Baden-Württemberg mit zwei Runden auf dem legendären Hockenheimring.
Einen schönen Dank von 200 „Fast Valentinos“ an die Suzuki European Days. Am nächsten Morgen bot schließlich auch Mainz Parlamentarisches im Rheinland-Pfälzischen Landtag, die Motorradfraktion helmmäßig vertreten durch die baden-württembergische Bundestagsabgeordnete Ute Vogt.
„Du startest im ersten Gang in Rheinland-Pfalz“, sagte ein Biker vor dem Landtag,“ und legst den Zweiten in Hessen ein.“ Tatsächlich liegen die Rheinland-Pfälzische Hauptstadt und das Bundesland Hessen so nah beieinander, das der Große Feldberg im Taunus schon bald erreicht ist. Die Erinnerung an die historische Rennstrecke Schottenring, auch heute noch ein Schräglageneldorado in Form öffentlicher Land und Bundesstraßen, wird von einem überaus rührigen Club aufrecht erhalten, der die 200 Bundesbiker zusammen mit der Bürgermeisterin des hübschen Städtchens Schotten in herzlicher Gastfreundschaft empfängt. Über die Wasserkuppe und quer durch
den Thüringer Wald rauscht die motorisierte Kavallerie nach Weimar und dort „war es gleich, als ob der Himmel glänzte“ und die 200 Bundesbiker konnten dem berühmtesten Bewohner Weimars nur beipflichten, bevor sie, nach einem Empfang im Rathaus, die sonntägliche Rückfahrt antraten. Ein interessanter Besuch im Leipziger BMW Werk beschloss die viertägige Reise durch die europäische Demokratie und das „diplomatische Korps“ dieser 11. Freundschaftsfahrt der Sportgemeinschaft Deutscher Bundestag trat die Heimreise in die Bundeshauptstadt an.