Motorradsymposium des Fahrlehrerverbandes Niedersachsen
Der Führerschein und hier besonders die Umsetzung der 3. Europäischen Führerscheinrichtlinie bleibt gerade zu Beginn des Jahres 2010 ein absoluter politischer Arbeitsschwerpunkt des IVM. Vor diesem Hintergrund war es selbstverständlich, dass IVM-Hauptgeschäftsführer Reiner Brendicke einer Einladung des Fahrlehrerverbandes Niedersachen zur Teilnahme an einem Motorradsymposium am 06. Februar gern folgte. War dies doch eine ausgezeichnete Möglichkeit, im direkten Dialog mit dem Bundesfahrlehrervorsitzenden Gerhard von Bressensdorf und dem Landesvorsitzenden Dieter Quentin Positionen zwischen Fahrlehrerschaft und Zweiradindustrie auszutauschen.
Im äußerst angeregten und offenen Gespräch saßen Personen zusammen, die das grundsätzliche Interesse
an der Zukunft der Motorradführerscheine und des Motorrades einten. Wer die Diskussion in der Vergangenheit kennt, weiß aber auch, dass es viele gemeinsame Einschätzungen aber auch unterschiedliche Positionen zu diskutieren gab.
Reiner Brendicke machte deutlich, dass die Industrie dringend an einer Liberalisierung des Einschlusses der A1-Klasse in den Pkw-Führerschein interessiert ist, wobei ein Mindestalter und damit Pkw-Führerscheinbesitz sowie eine entsprechende Schulung auch vom IVM vorgeschlagen werden. Die Fahrlehrerschaft bleibt an dieser Position skeptisch, so dass weitere politische Gespräche notwendig sind.
Einig waren sich Referenten und die etwa 90 Teilnehmer, dass das Einstiegsalter zum 50 ccm-Führerschein AM von derzeit 16 auf perspektivisch 15 Jahre herabgesetzt werden sollte. Mit umfassender Ausbildung wäre es den 15-jährigen Jugendlichen dann möglich, Fahrzeuge mit 45 km/h zu bewegen und nicht mehr ausschließlich auf das mit 25 km/h Höchstgeschwindigkeit doch oft zum Verkehrshindernis werdende Mofa zurückgreifen zu müssen. Gemeinsam begrüßt wurde auch der für 2013 anstehende Wegfall der 80 km/h Begrenzung für die 125 ccm-Klasse für 16- und 17-Jährige, so dass auch die Leichtkrafträder in Zukunft außerhalb geschlossener Ortschaften gut im Verkehrsstrom mitschwimmen kann.
Intensiv diskutiert wurde auch die Frage des Aufstiegs von der ersten Zweiradklasse auf die nächsthöhere. Klar ist jetzt schon, dass die theoretische Prüfung bei den Zweiradklassen nur bei dem Erwerb des ersten Führerscheins abgelegt werden muss. Offen ist in der Diskussion jedoch, ob beim weiteren Aufsteigen durch den Stufenführerschein jeweils eine praktische Schulung oder eine Prüfung durchgeführt werden soll. Der IVM setzt sich für eine Schulung ein, während der Fahrlehrerverband die entsprechende Prüfung beim Gespräch in Hannover favorisierte.
Mehr als genug Stoff also, um eine mehr als lebhafte Diskussion zu führen. Der Dialog von Industrie und Fahrlehrerschaft geht weiter, wobei Herr Brendicke darüber hinaus das IVM-Jugendkonzept vivalamopped.com vorstellte, den ersten Videoblog, der sich mit dem Thema Führerschein und motorisiertes Zweirad beschäftigt. Die Fahrlehrerschaft zeigte sich hier äußerst offen und interessiert am Thema und möchte sich sogar auch perspektivisch aktiv einbringen. Gemeinsames und erklärtes Ziel bleibt es dabei, möglichst wieder mehr Jugendliche für das Thema motorisiertes Zweirad zu begeistern.
Zum Ende der Veranstaltung war klar, nicht alle Positionen sind gemeinsame, aber der Dialog geht weiter.